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Mein Vorfahr war ein heimatloser Aramäer (5. Mose 26, 5)
3000 Jahre Aramäisch
Kulturschätze Berliner Sammlungen dokumentieren 3000 Jahre aramäischer Sprachgeschichte

titel aramäisch

Eine virtuelle Ausstellung der Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz unter Leitung ihres Präsidenten Prof. Dr. Dr. hc. mult. Hermann Parzinger und ihrer Einrichtungen Staatsbibliothek zu Berlin mit Depositum der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in der Staatsbibliothek zu Berlin, Vorderasiatisches Museum und Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, die dankenswerterweise kostenlos Digitalisate von Originalen aus ihren Beständen bereitgestellt haben.


Besonderer Dank für ihre Unterstützung gilt in diesen Einrichtungen Petra Figeac und Christoph Rauch (Staatsbibliothek), Dr. Ralf-B. Wartke, Prof. Dr. Joachim Marzahn und Olaf M. Teßmer (Vorderasiatisches Museum), Prof. Dr. Friederike Seyfried und Dr. Verena Lepper (Ägyptisches Museuem und Papyrussammlung) sowie Prof. Dr. Desmond Durkin-Meisterernst (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften), gleichfalls Dorothea Kathmann, Leiterin der Präsidialabteilung - PA Stiftung Preußischer Kulturbesitz.


Unser herzlicher Dank gilt auch den Professoren Otto Jastrow (Tallinn), Sebastian Brock (Oxford) und Werner Arnold (Heidelberg) für ihren wissenschaftlichen Rat zur Gestaltung der Ausstellung.

Diese virtuelle Ausstellung verdeutlicht die kulturhistorische Bedeutung der aramäischen Sprache als eine der ältesten noch gesprochenen Sprachen der Menschheitsgeschichte und bekräftigt ihre unbedingte Erhaltenswürdigkeit.
Es werden Fotos von Schätzen der Berliner Sammlungen aus der Staatsbibliothek-PK mit Depositum der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften  in der Staatsbibliothek zu Berlin, dem Vorderasiatischen Museum und dem Ägyptischen Museum und Papyrussammlung in einer so noch nicht gezeigten Zusammenschau präsentiert und damit überzeugend die kulturhistorische Bedeutung des Aramäischen dargestellt.

 

Zu diesen Schätzen gehören:

  • Objekte (steinerne Objekte, Tonschalen, Tontafeln) mit aramäischen Inschriften aus dem Vorderasiatischen Museum (9.- 7. Jh. v. Chr. und 2. Jh. n. Chr.) 
  • Papyri aus dem Ägyptischen Museum und Papyrussammlung, die Schriftstücke der aramäisch sprechenden jüdischen Gemeinde im achämenidischen Reich zeigen (5. Jh. v. Chr. aus Elephantine, Ägypten)
  • Handschriften in aramäischer Sprache aus den Beständen der Staatsbibliothek-PK (vorwiegend spätaramäische Original-Handschriften aus dem 5. – 18. Jh.)
  • Hebräische Bibel mit aramäischer Übersetzung und Talmud mit aramäischer Gemara, die die Bewahrung des Aramäischen in der jüdischen Tradition belegen (6. Jh. bis heute)
  • Beispiele der Berliner Turfansammlung (Depositum der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften  in der Staatsbibliothek zu Berlin), die die Verbreitung des Aramäischen nach Osten und die Rolle des Aramäischen für die Entwicklung anderer Sprachen – Alttürkisch und  Sogdisch- zeigen (8. – 12. Jh.)
  • Aramäische Druckschriften, die ersten aus dem 16. Jh. (Wien, Rom) und dem nestorianischen Sprachgebiet im Nordwestiran, die in Missionen der Engländer und Amerikaner gefertigt wurden (etwa ab 1840/50)

Ergänzt wird diese virtuelle Ausstellung von Kulturschätzen Berliner Sammlungen durch aktuelle aramäische Druckschriften, die in der Diaspora zur Erhaltung der Sprache beitragen sowie durch Tonbeispiele verschiedener aramäischer Sprachformen.

 

Inhaltsverzeichnis


1. Bedeutung des Aramäischen für die Weltkultur und Anliegen der virtuellen Ausstellung 

  • Ursprung der aramäischen Schrift: von der phönizischen Schrift zu den seit dem Spätaramäischen gebräuchlichsten aramäischen / syrischen Schriftformen Serto und Estrangelo
  • Tabellarische Übersicht über die Entwicklung des Aramäischen vom 10.Jh. v. Chr. bis heute


2. Aramäisch setzt sich als modernes Kommunikationsmittel durch: Von der Übernahme des Phönizischen Alphabets über die assyrische Reichssprache zur Lingua Franca des Nahen und  Mittleren Ostens
Dokumente:

  • Früheste Zeugnisse Aramäischer Schrift in Form von  Inschriften auf Stein und Ton in Altaramäisch und  Reichsaramäisch (Zeitraum 9. bis 7. Jh. v. Chr.) sowie Mittelaramäisch (2. Jh. n. Chr.) aus Beständen des Vorderasiatischen Museums


3. Die aramäische Sprache in der jüdischen Tradition vom 5. Jh. v. Chr. bis heute
Dokumente:

  • Aramäische Handschriften auf Papyrus in Reichsaramäisch aus Ägypten (Zeitraum 5.Jh.v.Chr.) aus Beständen des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung.
  • Die jüdische Bibel (hier die sog. „Rösel“-Bibel), der Talmud (hier der sog. Survivors´ Talmud) und  eine Ausgabe des Buches Zohar  aus Beständen der Staatsbibliothek-PK

 


4. Aramäische christliche und weltliche Handschriften (5. bis 18. Jh.)
Dokumente:

  • Christliche Aramäische Handschriften in Spätaramäisch / Alt-Syrisch (Zeitraum 5.Jh. bis 13.Jh.)
  • Christliche Aramäische Handschriften in Spätaramäisch / Alt-Syrisch (Zeitraum 13.Jh. bis 18.Jh.)
  • Weltliche aramäische Schriften in Spätaramäisch / Alt-Syrisch, z. B. Grammatik, Rechtssammlung (Zeitraum 13. bis 18.Jh.) - aus den Beständen der Staatsbibliothek-PK


5. Die Verwendung der aramäischen / syrischen Schrift für andere Sprachen
Dokumente:

  • Übernahme der Schrift für christlich-religiöse und weltliche Texte in den Sprachen Sogdisch und Alttürkisch (8. – 12. Jh.) aus Alt-Syrische Fragmente in der Berliner Turfansammlung - Depositum der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in der Staatsbibliothek zu Berlin-PK


6. Erste aramäische Drucke - 16. Jh. und 19. Jh.
Dokumente:

  • Erste aramäische Drucke -1555 sog. „Widmannstetter Bibel“ in Wien und 1596 Syrische Grammatik in Rom
  • Drucke der amerikanischen und englischen Mission in Urmia (Nordwestiran) ab ca. 1840/50 aus Beständen der Staatsbibliothek-PK


7. Bedrohung des Aramäischen und Bemühungen um seine Erhaltung in der Diaspora
Dokumente:

  • Prachtbibel, Übersetzung „Der kleine Prinz“, „Die Großmutter und der Fuchs“, „Raupe Nimmersatt“, Lehrbuch für den syrisch-orthodoxen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen, Kifa-Magazin aus Beständen der „Stiftung Aramäisches Kulturerbe“


8. Tondokumente der aramäischen Sprache
Beispiele:    

  • Das „Vater Unser“  gesprochen in Kthobonoyo und in Turoyo
  • Kurzer Text aus einer Übersetzung von  „Der Kleine Prinz“ in Turoyo
  • Kurzer Text aus einer Übersetzung des Märchens „Die Großmutter und der Fuchs“ in Turoyo 

Link zum Semitischen Tonarchiv der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg